Standard

(Zeichnung von Anne Dechamps)

Deutsche Version (Stand: 15.05.2018)
FCI Standard Nr.: 343 /
 
Italienischer Corso Hund (Cane Corso Italiano)
 
Usprung: Italien
 
Datum d. Publikation des gültigen offiziellen Standards: 13.11.2015
Offizielle Anerkennung der Rasse: 21.05.2007
 
Verwendung: Wach-, Schutz-, Polizei- und Fährtenhund
 
Klassifikation FCI: Gruppe 2 Pinscher und Schnauzer, Molosser und Schweizer Sennenhunde
Selektion 2.1 Molosser, Doggenartige Hunde

Mit Arbeitsprüfung

Kurzer geschichtlicher Abriss: Der Corsohund ist ein direkter Nachkomme der römischen Molosser. Früher überall in Italien vorhanden, war er in den letzten Jahren in den angrenzenden süditalienischen Provinzen vertreten. Sein Name leitet sich vom lateinischen "Cohors" ab, was "Hüter, Verteidiger von Haus und Hof" bedeutet. 

 

Allgemeines Erscheinungsbild: Mittelgroßer bis großer Hund; robust und stämmig, trotzdem mit einiger Eleganz. Trockene und kraftvolle Muskeln 

 

Wichtige Proportionen: Der Corso-Hund ist rechteckig in den Konturen und etwas länger als hoch. (Die Körperlänge des Hundes übersteigt die Höhe um 11%). Die Länge des Kopfes erreicht 36% der Widerristhöhe. 

 

Verhalten / Charakter (Wesen): Wächter von Haus und Hof, der Familie und der Viehs. In der Vergangenheit wurde er zur Bewachung der Rinderherden und auch zur Großwildjagd eingesetzt. 

 

Kopf: Breit und typisch molossoid. Die oberen Begrenzungslinien von Schädel und Fang sind leicht konvergent, ohne sichtbare Falten.

 

Oberkopf:

Schädel: Breit, auf Höhe des Jochbogen entspricht die Breite des Schädels seiner Länge. Die konvexe vordere Schädelpartie wird von der Stirn zum Hinterhauptbein hin flacher. Die mittlere Stirnfurche ist zu erkennen, beginnend beim Stop und endend bei der Mitte des Schädels.

Stop: Gut definiert, mit hervorgehobenen Stirnhöhlen.

 

Gesichtsschädel:

Nasenschwamm: Schwarz. Eine graue Maske darf eine Nasenfarbe derselben Tönung besitzen. Große Nase mit gut geöffneten Nasenlöchern. Die Nase liegt auf der gleichen Linie wie der Nasenrücken.

Fang: Stark, quadratisch, deutlich kürzer als der Schädel (Verhältnis Fang:Schädel ungefähr 1:2). Der vordere Teil des Fangs ist flach; die Seitenflächen verlaufen parallel. Der Fang ist ebenso breit wie lang; von der Seite betrachtet ist er tief; das Profil des Nasenrückens ist gerade.

Lefzen: Von vorne aus betrachtet formt die Oberlefze an ihrer Verbindungsstelle ein umgekehrtes "U"; von der Seite betrachtet hängt sie mäßig über. Sie bedeckt den Unterkiefer und bildet die untere Begrenzungslinie des Fangs.

Kiefer/Zähne: Die Kiefer sind sehr groß, dick und gewölbt. Leichter Vorbiss, aber nicht mehr als 5mm. Zangengebiss zulässig, aber nicht erwünscht.

Backen: Die Kaumuskelregion ist deutlich sichtbar, aber nicht wulstig.

Augen: Mittelgroß, leicht vorstehend, aber nie übertrieben. Nahezu eiförmig, Augenabstand gut auseinanderliegend in einer nahezu subfrontalen Position. Die Augenlider liegen gut am Augapfel an. Die Farbe der Iris soll so dunkel wie möglich sein, ist aber abhängig von der Farbe des Fellkleides. Ausdruck lebhaft und aufmerksam.

Ohren: Dreieckig, hängend, mittelgroß. Mit einem breiten Ansatz hoch oberhalb des Jochbogen. Die Ohren sind nicht kupiert. 

Hals: Kräftig, bemuskelt, gleich lang wie der Kopf. 

 

Körper: Der Körper ist etwas länger als die Widerristhöhe. Kräftig gebaut, aber nicht quadratisch.

 

Widerrist: Ausgeprägt, höher gelegen als die Kruppe.

 

Rücken: Gerade, stark bemuskelt und fest.

Lenden: Kurz und kräftig.

 

Kruppe: Lang und breit, sanft abfallend.

Brust: Gut entwickelt, reicht bis zum Ellenbogen.

 

Rute: Natürlich. Ziemlich hoch angesetzt, an der Wurzel sehr breit. In Aktion wird die Rute hoch getragen, aber niemals aufrecht oder geringelt. 

 

Gliedmassen:

Vorderhand:

Schultern: Lang, schräg, stark bemuskelt.

Oberarm: Kräftig

Unterarm: Gerade, sehr kräftig 

Vorderfußwurzelgelenk: Elastisch

Vordermittelfuß: Elastisch und nur leicht schräg gestellt.

Vorderpfote: Katzenpfoten 

Hinterhand:

Oberschenkel: Lang, breit, hintere Linie des Oberschenkels konvex.

Unterschenkel: Kräftig, nicht fleischig

Knie: Fest, mäßig gewinkelt.

Sprunggelenk: Mäßig gewinkelt

Hintermittelfuß: Dick und trocken

Hinterpfote: Etwas weniger kompakt als die Vorderpfoten. 

Gangwerk: Lange Schrittweite; ausgreifender Trab; der Trab ist die bevorzugte Bewegungsart.

 

Haut: Ziemlich dick, eher eng anliegend. 

 

Haarkleid:

Haar: Kurz, glänzend, sehr dicht mit dünner Unterwolle von gläserner Struktur.

 

Farbe: Schwarz, bleigrau, schiefergrau, hellgrau, hell falbfarben, hirschrot, dunkel falbfarben. dunkel weizenfarben (Streifen auf verschieden nuancierter falbfarbener oder grauer Grundfarbe). Falbfarbene und gestromte Hunde haben eine schwarze oder graue Maske, die sich auf den Fang beschränkt und nicht weiter als die Augenlinie reichen soll. Ein kleiner weißer Fleck auf der Brust, an der Spitze der Pfoten und auf dem Nasenrücken ist zulässig. 

 

Größe und Gewicht:

Widerristhöhe: Für Rüden: 64-68 cm; Für Hündinnen: 60-64 cm. Toleranz: +/- 2 cm

Gewicht: Für Rüden: 45 - 50 kg; Für Hündinnen: 40-45 kg 

 

Fehler: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes sowie seine Fähigkeit, seine traditionellen Aufgaben zu erfüllen, zu beachten ist.

 

Schwere Fehler:

Parallelismus oder ausgesprochene Konvergenz der oberen Begrenzungslinien von Schädel und Fang; Seitenflächen des Fangs konvergierend.

Teilweise unpigmentierter Nasenschwamm.

Scherengebiss, Vorbiss mehr als 5 mm

Aufrecht getragene oder geringelte Rute

Beim Traben ständig im Passgang

Ober- oder Untergröße 

Vorhandensein von Afterkralle

 

Ausschließende Fehler:

Aggressive oder überaus ängstliche Hunde

Hunde, die deutlich physischen Abnormitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden

Divergenz der oberen Begrenzungslinien von Schädel und Fang

Vollkommen unpigmentierter Nasenschwamm

Nasenrücken konkav oder konvex (römische Nase)

Rückbiss

Partielle oder kompletter Pigmentverlust der Augenlider; Glasauge, Schielen.

Rutenlosigkeit, Stummelrute 

Haarkleid halblang, glatt oder befedert.

Alle im Standard nicht beschriebenen Farben, ausgedehnte weiße Flecken.

 

Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden. Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden. 

 

Ausstellungsverbot für tierschutzwidrig kupierte Hunde: Nach der neuen Tierschutz-Hundeverordnung gilt ab 01. Mai 2002 ein Ausstellungsverbot für Hunde aus dem In- und Ausland :1. Ohren kupiert nach dem 01.01.19872. Rute kupiert nach dem 01.06.1998 (Ausnahme: jagdliche Verwendung gemäß dt. Tierschutzgesetz)3. Das Ausstellungsverbot gilt nicht in den Ausnahmefällen, wenn eine medizinische Indikation vorliegt. Eine entsprechende Bescheinigung ist der Meldung beizufügen. Stichtag für Meldungen kupierter Hunde mit medizinischer Indikation ist der offizielle Meldeschluss. Die Gutachten zur medizinischen Indikation müssen zum offiziellen Meldeschluss in der VDH-Hauptgeschäftsstelle in Dortmund vorliegen.

Quelle der Bilder: "Il Cane Corso" von R.Carosio

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